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Nuklearmedizin

Begriff Definition
Nuklearmedizin

Die Nuklearmedizin beschäftigt sich mit der Anwendung von radioaktiven Substanzen am Mensch

Es gibt drei Schwerpunkte:

  • die Diagnostik also das Erkennen von Erkrankungen,
  • die Therapie also die Behandlung von Erkrankungen und
  • den Strahlenschutz

Nuklearmedizinische Diagnostik

Das Grundprinzip der Diagnostik besteht darin, dem Patienten eine radioaktive Substanz zu verabreichen und dann dessen Verteilung im Körper mit speziellen Geräten zu messen. Das bedeutet, man kann quasi live beobachten, was im Körper passiert und wie die Substanz sich verteilt. Wenn man also eine Substanz spritzt, die am Knochenstoffwechsel teilnimmt, so erhält man ein Bild des Skeletts und kann bspw. erkennen, ob es bösartige Veränderungen, Verschleiß oder Rheuma gibt. Nimmt man eine Substanz die über die Niere wieder ausgeschieden wird, so kann man etwas über die Nierenfunktion und Störungen beim Urinabfluß in die Blase sagen. Verwendet man Substanzen, die in den Herzmuskel gehen, bekommt man ein Bild der Herzdurchblutung und kann unter anderem etwas über das Herzinfarkt-Risiko sagen. Mit diesem Prinzip der „funktionellen Bildgebung“ können auch viele andere Organe wie Schilddrüse, Speicheldrüse, Magen, Lunge usw. untersucht werden oder man kann den gesamten Körper nach bösartigen Veränderungen absuchen.

Allen Untersuchungen ist gemeinsam, dass man nur eine minimale Menge der Substanz verwendet, die zwar am Stoffwechsel teilnimmt, diesen aber nicht beeinflusst. Die Verdünnungsverhältnisse mit denen in der Nuklearmedizin gearbeitet wird, entsprechen in etwa der Verdünnung die man erhalten würde, wenn man ½ kg Zucker in den Bodensee (48 Billionen Liter = 48.000.000.000.000 Liter) schüttet.

Radioaktivität wird oft gefürchtet, da man sie mit den eigenen Sinnen nicht spüren kann. Genau diesen Umstand macht sich die Nuklearmedizin zunutze indem definierte, genau abgemessene, kleinste Mengen Radioaktivität genutzt werden, die der Patient nicht spürt, die aber durch die hochempfindlichen Geräte gemessen werden können. So erhält man ein Verteilungsbild, dass je nach verwendetem Gerät Szintigramm, SPECT Aufnahme oder PET Aufnahme genannt wird. Dem Facharzt ist es so möglich mit Radioaktivität Krankheiten zu erkennen.

Während im Röntgen oder CT der Aufbau des Körpers die Anatomie dargestellt wird, stellen nuklearmedizinische Untersuchungen die Funktion dar. Oft gehen funktionelle Veränderungen den anatomischen voran, so dass die nuklearmedizinischen Untersuchungen sehr empfindlich sind.


Nuklearmedizinische Therapie

Bei der Therapie mit radioaktiven Substanzen geht man ähnlich vor wie bei der Diagnostik. Der Unterschied liegt darin, dass eine andere Art von Radioaktivität genutzt wird, die eine höhere Strahlungsintensität besitzt. So können durch die Radioaktivität krankhafte Gewebeveränderungen bestrahlt und behandelt werden. Auch hier kommen unterschiedliche Substanzen zum Einsatz, je nachdem ob entzündete Gelenkschleimhaut bei Rheuma „verödet“ wird, Schilddrüsenknoten bestrahlt werden oder bösartige Veränderungen des Skeletts „vor Ort“ behandelt werden.


Strahlenschutz

Allen Maßnahmen in der Nuklearmedizin ist gemeinsam, dass sie unter  kontrollierten Bedingungen von Experten durchgeführt werden. Der Strahlenschutz von Patient und Personal steht bei den Untersuchungen und Therapien immer im Vordergrund. Es liegt es in der Verantwortung der nuklearmedizinischen Fachärzte zu überprüfen, ob eine Untersuchung erforderlich ist und dafür zu sorgen, dass die Strahlenbelastung möglichst gering ist. So kann beispielsweise sichergestellt werden, dass die Strahlenbelastung des Patienten durch  nuklearmedizinische Diagnostik meist unterhalb derer von radiologischen Untersuchungen (Röntgen und CT) liegt. 


Wenn Sie Fragen zur Untersuchung oder auch zum Strahlenschutz haben, zögern Sie bitte nicht, uns anzusprechen, Tel.: 0800-9764636.