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Schilddrüse

Begriff Definition
Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein relativ kleines 18 bis 25 ml messendes Organ, das im Hals vor der Luftröhre liegt. Sie besteht aus einem rechten und einem linken Lappen sowie einem Verbindungsstück dem sogenannten Isthmus. Damit hat das Organ ein schmetterlingsförmiges Aussehen. Die Aufgabe der Schilddrüse besteht in erster Linie in der Produktion von Schilddrüsenhormonen.

Die Schilddrüsenhormone regeln die Geschwindigkeit vieler Stoffwechselprozesse im Körper. Sie bilden quasi das „Standgas“ des Körpers und tragen so zur Regulierung von Verdauung, Puls, Körpertemperatur etc. bei. Damit fällt die Funktion der Schilddrüse beim Gesunden nicht auf – man spürt anders als beim Herz oder der Niere die Tätigkeit des Organs nicht.

 

Welche Schilddrüsenerkrankungen gibt es?

 

Schilddrüsenüberfunktion

Wenn zu viele Schilddrüsenhormone im Körper sind, klagen Patienten von Herzrasen, innerer Unruhe, Schweißausbrüchen, Durchfall und Gewichtsabnahme bis hin zu psychischen Veränderungen. Man spricht von einer Überfunktion der Schilddrüse.

 

Schilddrüsenunterfunktion

Sind im Gegensatz hierzu bei einer Schilddrüsenunterfunktion zu wenig Schilddrüsenhormone im Körper (Unterfunktion der Schilddrüse), so treten auch gegenteilige Beschwerden auf: Der Puls verlangsamt sich, die Patienten sind müde und abgeschlagen, leiden unter Verstopfung und nehmen an Gewicht zu. Wie stark die Beschwerden im Einzelnen sind, ist individuell stark unterschiedlich. Gerade bei älteren Patienten kann eine Fehlfunktion auch erst spät zu Symptomen führen.

Die Ursachen für eine Fehlfunktion der Schilddrüse können sehr vielfältig sein und sollten näher untersucht und auch behandelt werden um Langzeitfolgen zu verhindern.

 

Veränderungen der Schilddrüse

Neben diesen Funktionsstörungen der Schilddrüse (Überfunktion und Unterfunktion) kann es aber auch zu morphologischen Veränderungen der Schilddrüse kommen. Das bedeutet, die Schilddrüse ist zu groß oder weist Knoten auf. Solche Veränderungen sind noch häufiger und betreffen etwa jeden 4. Menschen in Deutschland. Damit sind Schilddrüsenerkrankungen die häufigste endokrine – also von Drüsen ausgehende - Erkrankung in Deutschland.

Die wesentliche Ursache liegt in einem Jodmangel begründet. Deutschland war Jahrzehnte lang Jodmangelgebiet – das hat sich zwar verbessert, die Situation ist aber immer noch nicht optimal. Das ist deshalb problematisch, weil die Schilddrüse für die Hormonproduktion Jod benötigt. Wenn sie dieses nicht oder nicht ausreichend hat, führt dies zu einem Wachstum der Schilddrüse und zur Bildung von knotigen Veränderungen. In ausgeprägten Fällen kann das Wachstum zu Beschwerden am/im Hals führen: Ein Druckgefühl, Schluckbeschwerden bis hin zu Luftnot sind möglich. Meist aber fallen diese Veränderungen zufällig bei Ultraschalluntersuchungen des Halses auf und können dann auch ohne Operation behandelt werden.

 

Was muss ich tun, um eine Schilddrüsenerkrankung auszuschließen?

Wie beschrieben können Schilddrüsenerkrankungen sowohl die Funktion als auch die Struktur der Schilddrüse betreffen. Es kann dabei gut vorkommen, dass die Schilddrüse völlig normal aussieht, aber zu viel oder zu wenig arbeitet. Genauso ist es möglich, dass die Schilddrüse viel zu groß ist und Knoten hat, aber völlig normal arbeitet. Daher müssen bei einer ersten Schilddrüsenuntersuchung beide Aspekte beurteilt werden.

Das bedeutet, es erfolgt eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse um die Struktur darzustellen und die Überprüfung der Laborwerte, um die Funktion darzustellen. Da die Schilddrüse über die Hirnanhangsdrüse gesteuert wird, bietet sich deren „Kontroll-Hormon“ das sogenannte TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) als empfindlichster Parameter für die Erstuntersuchung an.

Sind beide Untersuchungen unauffällig, ist eine Schilddrüsenerkrankung sehr unwahrscheinlich. Dennoch kann es bei ausgeprägten Beschwerden dann sinnvoll sein, die Schilddrüse auf weitere Veränderungen beispielsweise eine Entzündung zu untersuchen.